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NomenklaturEinklappen
wissenschaftl. Name: Ranitomeya defleri (TWOMEY & BROWN, 2009)

Etymologie:
Das defleri ist ein sname zu Ehren von Dr. Thomas Defler, einem amerikanischen Primatologen. Dr. Defler arbeitete für mehr als 32 Jahre in Kolumbien und gründete 1983 die Biologische Station Caparú. Diese Station stellt seither einen wichtigen Außenposten für Biologen dar, die im amazonischen Teil Kolumbiens arbeiten.


SystematikEinklappen
Klassifizierung:
Amphibia->Anura->Dendrobatoidea->Dendrobatidae->->Ranitomeya->Ranitomeya defleri (TWOMEY & BROWN, 2009)

Anmerkung zur Systematik:
Die Art wurde bereits von SILVERSTONE 1975 in einer Skizze abgebildet (Fig. 14, F). Twomey & Brown (2009) merken an, dass die Skizze des Belegexemplares (jetziger Holotypus von R. defleri) dort falsch gezeichnet ist. Der Zeichner vergaß einen beim Museumsexemplar deutlich sichtbaren medianen Rückenstreifen darzustellen. SILVERSTONE ordnete 1975 die Art wie viele andere amazonische Ranitomeya-Arten der (Sammel)art "Dendrobates quinquevittatus" zu. Erst durch eine Expedition im Jahr 2008 konnte die wirkliche Artzugehörigkeit der abgebildeteten Population vom Río Apaporis geklärt werden. Wie erste phylogenetische Untersuchungen vermuten lassen, scheint R. defleri verwandschaftlich einer noch unbeschriebenen Ranitomeya-Art aus Brasilien nahzustehen (TWOMEY & BROWN 2009).


Fig. 14 aus SILVERSTONE 1975: Abbildungen von Belegexemplaren aus verschiedenen Populationen von amazonischen Ranitomeya-Arten, die SILVERSTONE 1975 der Art "Dendrobates quinquevittatus" zurechnete. A-C = Ranitomeya reticulata; D = Adelphobates quinquevittatus; E = Ranitomeya vanzolinii; F = Ranitomeya defleri vom Río Apaporis (Medianstreifen fälschlich nicht dargestellt); G-I = Ranitomeya summersi; K = Ranitomeya benedicta; L-M Ranitomeya fantastica>.

BedrohungsstatusEinklappen
Noch nicht gelistet nach IUCN 2009. TWOMEY & BROWN (2009) schlagen aufgrund der Rote Liste-Kriterien (IUCN 2001) vor, die Art als ungefährdet; LC (= Least Concern) einzustufen. Obwohl das vollständige Verbreitungsgebiet der Art noch nicht bekannt ist besteht zumindest für das Río Apapornis-Gebiet in naher Zukunft wohl nur eine geringe Gefahr eines Habitatverlustes durch Abholzung, da im Gebiet nur wenige Menschen leben, die hauptsächlich vom Fischfang und Subsistenzwirtschaft leben (TWOMEY & BROWN 2009)

BeschreibungEinklappen
Größe
Kleinere Ranitomeya-Art mit einer von 15 - 18 mm (TWOMEY & BROWN, 2009).


Abb.: Dorsal- und Ventralansicht Ranitomeya defleri
© 2009 Evan Twomey & Jason L. Brown
Größe vergleichen:


Dorsal- und Ventralbild vergleichen:




Tab.: Messwerte ausgewählter morphologische Merkmale von Ranitomeya defleri, Paratyp. (Datensätze mit der Kennzeichnung *) sind nicht Geschlechtsspezifisch.)
X [mm]σ +/- [mm]nQuelle
*)15,8 1,1 4 Twomey & Brown
*)7,3 0,5 4 Twomey & Brown
*)7,4 0,6 4 Twomey & Brown
*)14,7 1,2 4 Twomey & Brown
*)6,4 0,7 4 Twomey & Brown
*)4,3 0,5 4 Twomey & Brown
*)5,6 0,9 4 Twomey & Brown
*)5,1 0,3 4 Twomey & Brown
*)5,2 0,5 4 Twomey & Brown
*)2,4 0,6 4 Twomey & Brown
*)2,6 0,8 4 Twomey & Brown
*)0,88 0,09 4 Twomey & Brown
*)1,99 0,42 4 Twomey & Brown
*)1,69 0,32 4 Twomey & Brown
*)2,31 0,47 4 Twomey & Brown
*)0,43 0,07 4 Twomey & Brown
*)III > IV > II > I Twomey & Brown
IV > III > V > II > I Twomey & Brown


Gelege und LarvenEinklappen

Abb.: Mundfeld einer Larve von Ranitomeya defleri
GOSNER Stadium 29
© 2009 TWOMEY & BROWN

Mundfeld vergleichen:


Verhalten (Ethologie)Einklappen
Allgemeines Verhalten:
Bisher sind nur wenig Freilandbeobachtungen dokumentiert. Die Populationsdichte scheint auch nur gering zu sein. Möglicherweise ist die Art stark und konnte deshalb bisher nur selten beobachtet werden. R. defleri brütet vermutlich in kleinen epiphytischen Bromelien. Ein balzendes Paar konnte bei der Balz in einer zentralen Bromelienaxel beobachtet werden (TWOMEY & BROWN, 2009).


Brutpflegeverhalten:
Die Art transportiert ihre Larven vermutlich einzeln in Phytotelmata. Ob die Art ihre Larven mit Nähreiern versorgt ist nicht bekannt. Eine einzelne Larve konnte in einer Bromelie nachgewiesen werden in der auch ein balzendes Paar beobachtet werden konnte (TWOMEY & BROWN 2009).


Lautäußerung (Vokalisation):
Der Anzeigeruf von Ranitomeya defleri ist laut TWOMEY & BROWN (2009) ein leiser (buzz-call). Er setzt sich aus einer Serie von gepulsten mit einer durchschnittlichen Länge von 0.510 sec zusammen. Eine Note besteht im Mittel aus 52,8 was einer mittleren von 99.2 Pulse/sec entspricht. Die betragen im Mittel 1,44 sec. Die Art scheint in undeutlich zu definierenden zu rufen. Eine Notengruppe besteht aus 3 - 8 Noten. Pausen zwischen zwei Notengruppen betragen typischerweise 3 oder mehr Sekunden. Die mittlere einer Notengruppe beträgt 4,7 Noten/Rufgruppe. Die durchschnittliche Notengruppenlänge beträgt 8,31 sec. Innerhalb einer Notengruppe werden die Noten daher mit einer mittleren Notenrate von 0,56 Noten/sec abgegeben. Der Ruf von R. defleri ähnelt stark dem Ruf von R. ventrimaculata. Die letztgenannte Art unterscheidet sich jedoch klar durch kürzere Noten und Internotenintervalle.




Sonagramm vergleichen:

LebensraumEinklappen
Typenfundort der Erstbeschreibung
"...north bank of Mosiro Itájura (an oxbow lake off Río Apaporis, also known as ‘Lago Taraira’), 98 m elevation, 1° 4´ 37.46" S, 69° 30´ 51.34" W; approximately 0.2 km SW of Estación Biológica Caparú;..."
sensu TWOMEY & BROWN


Verbreitung:

Ranitomeya defleri ist bisher nur von zwei Fundorten aus einem kleinen Gebiet im südöstlichen Kolumbien bekannt. Die Fundorte am Río Apaporis und Río Caqueta liegen nur etwa 30 km Luflinie voneinander entfernt. Möglicherweise kommt die Art über einen größeren Bereich des Caqueta-Apaporis Flusssystems auch bis nach Brasilien vor. Um diese Vermutung abzusichern müssen allerdings weitere Sammlungen durchgeführt werden (TWOMEY & BROWN 2009).


Daten von OpenStreetMap - Veröffentlicht unter CC-BY-SA 2.0
Biotop:

Abb.: Biotopaufnahme Ranitomeya defleri, nahe Estación Biológica Caparú (6. August 2008)
© 2009 Twomey & Brown
Bisher wurde die Art nur in ungestörtem Primärwald nachgewiesen. Ranitomeya deflrei lebte dort syntop mit R. ventrimaculata, Ameerega trivittata und A. hahneli.
TWOMEY & BROWN (2009) berichten vom unberührten Regenwald in der Nähe der Biologischen Station Caparú. Der typische Tieflandregenwald besteht aus vielen großen Bäumen, die nur wenig Licht auf den Boden gelangen lassen, so dass der Unterwuchs relativ spärlich ist. Die Baumschicht an der Stelle, an der die Art nachgewiesen wurde bestand aus Bäumen der Familien Fabaceae (Hülsenfrüchtler), Moraceae (Feigen), Euphorbiaceae (Wolfsmilchgewächse) und Arecaceae (Palmen) (DEFLER & DEFLER 1996 zitiert in TWOMEY & BROWN 2009). Der Unterwuchs setzt sich hauptsächlich aus großen Palmen und Baumsämlingen zusammen, während der Boden mit einer dicken nassen Laubschicht bedeckt ist. Die meisten Äste und Stämme im Unterholz sind mit Moos bedeckt. Nur an den Bäumen konnten Bestände von schlanken stacheligen Bromelien gefunden werden. Die kleinen Bromelien hatten nur eine Größe von etwa 20 cm bei einem Durchmesser von ca. 15 cm enthielten aber eine für die Frösche ausreichende Menge an Wasser. (TWOMEY & BROWN 2008).

Klima:
Das Klima im Bereich Fundorte von R. deflerei ist vergleichbar mit dem tropischen Klima von Laeticia. Caparú hat eine mittlere Jahrestemperatur von 25,1° C. Der mittlere Jahresniederschlag im Gebiet des Río Apaporis beträgt 3836 mm. Im Jahresverlauf gibt es kaum saisonelle Schwankungen der Niederschläge. Der trockenste Monat ist, verglichen mit der durchschnittlichen monatlichen Niederschlagsmenge von 319 mm, der September mit nur 258 mm (sensu DEFLER & DEFLER 1996 zitiert in TWOMEY & BROWN 2009).


Klimadiagramm von Laeticia, Kolumbien.
Quelle: www.klimadiagramme.de


Haltung im TerrariumEinklappen
DendroBase Empfehlung:
Vermutlich ähnlich zu halten wie andere kleine amazonische Ranitomeya-Arten.


Varianten in Terrarienhaltung:
Holotyp
Paratyp
Daten errechnet aus von Nutzern gemeldeten Fröschen (Home->Meine Frösche) und den aktuellen Inseraten.
stand 29.03.2017 18:01 Uhr
Autoren dieser Seite:Einklappen
ReferenzenEinklappen
IUCN, Conservation International, and NatureServe. (2009): Global Amphibian Assessment.
XXwww.globalamphibians.org. Downloaded on 15 October 2004.
SILVERSTONE, P.A. (1975): A Revision of the Poison-Arrow-Frogs of the Genus Dendrobates Wagler.
XX- NatHist.Mus. Los Angeles County, Sci.Bull. 21: 1-55. (PDF)
TWOMEY, E. & J. L. BROWN (2009): Another new species of Ranitomeya (Anura: Dendrobatidae) from
XXAmazonian Colombia. - Zootaxa 2302: 48–60 (2009)
Zitierung:Einklappen
OSTROWSKI, T. & T. MAHN (2017): Artbeschreibung Ranitomeya defleri.
- Dendrobase.de - Eine Online-Datenbank der Familie Dendrobatidae (Anura).
http://www.dendrobase.de/html/D_ranitomeya_defleri.html; Stand: März 2017
Link für Website Betreiber:Einklappen
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FotosEinklappen

Ranitomeya defleri
♂ Paratyp (JLB08-004) Puerto Córdoba, Amazonas, Colombia
© 2009 Evan Twomey



Ranitomeya defleri
© 2009 Evan Twomey



Ranitomeya defleri
© 2009 Evan Twomey



Ranitomeya sp. aff. defleri
unbeschriebene Schwesternart aus Peru
© 2010 Maik Dobiey



Ranitomeya sp. aff. defleri
© 2010 Maik Dobiey



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