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Fotos von NutzernEinklappen

Lepidodactylus lugubris
© 0000
Michael Kuhl
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Phillobates Lugubris - Puerto Viejo (CR)
© 0000
Ralf Schlözer
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Phillobates Lugubris - Puerto Viejo (CR)
© 0000
Ralf Schlözer
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9
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NomenklaturEinklappen
wissenschaftl. Name: Phyllobates lugubris (SCHMIDT, 1857)

Etymologie:
Der Gattungsname Phyllobates entstammt den griechischen Wörtern "fyllo" (=Blatt) und "bates" (=Läufer). Die Kombination "Blattläufer" (Blattsteiger) bezieht sich auf eher bodenorientierte Lebensweise der Arten in der Krautschicht des Regenwaldes. Das lugubris entstammt dem Latein (= zur Trauer gehörig) und bezieht sich auf die überwiegend dunkle Färbung der Tiere (schwarze Flanken, Rücken und Kehle). Abgeleitet davon ist auch der deutsche Name "Düsterer Blattsteiger".


englischer Name: Lovely Poison Frog
deutscher Name: Kleiner Blattsteiger (nach Heselhaus)
SystematikEinklappen
Klassifizierung:
Amphibia->Anura->Dendrobatoidea->Dendrobatidae->Dendrobatinae->Phyllobates->Phyllobates lugubris (SCHMIDT, 1857)

BedrohungsstatusEinklappen
BeschreibungEinklappen
Größe
19 – 23 mm, e Weibchen sind etwas fülliger und größer

Körpermerkmale:
P. lugubris gilt als farblich nicht so attraktiver Frosch. Die trifft jedoch nur für einige Varianten zu. Wie D. pumilio und D. auratus hat auch P. lugubris in Panama und Costa Rica einige Varianten ausgebildet, die sich in Farbe und Körpergröße unterscheiden.
Die Inselvarianten sind deutlich kleiner und variabler in der Färbung, als die Festlandformen.
Die Grundfarbe ist Schwarz. Darauf liegen zwei in blassgelb bis kräftig goldorange. Einige Populationen zeigen einen Mittelstreifen auf dem Rücken.
Bei einer Population (Colón) verschmelzen diese drei Streifen zu einer fast vollständig gelben Fläche. Die Beinoberseiten sind in Streifenfarbe marmoriert. Auch dieses Muster ist mehr oder weniger ausgedehnt. Die Variante von Colón erscheint durch flächige Ausdehnung dieser Muster fast einfarbig golden! Der Bauch ist lackschwarz mit einem blauem Marmormuster, die Kehle ist schwarz. (Beschreibung T. Ostrowski)


Abb.: Dorsal- und Ventralansicht Phyllobates lugubris
"Buena Esperanza"
© 2008
Thomas Ostrowski
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Dorsal- und Ventralbild vergleichen:




Tab.: Messwerte ausgewählter morphologische Merkmale von Phyllobates lugubris, Solarte. (Datensätze mit der Kennzeichnung *) sind nicht Geschlechtsspezifisch.)
X [mm]σ +/- [mm]nQuelle
19,2 22,2 0,11 0,51 6 5 SILVERSTONE, 1976


Tab.: Namen, Größenangaben und Farbmusterverteilung verschiedener Populationen von Phyllobates lugubris
Farbmorphe Foto Alternativ Namen Verbreitung Grundfarbe Zeichnung Größe [mm]
Buena Esperanza          
Cahuita            
Cerro Brucho            
Chiriqui Grande            
Holotyp            
Isla Bastimentos            
Isla Cólon            
Isla Cristóbal            
Isla Escudo            
Puerto Viejo            
Solarte            
Alter:
bis 10 Jahre


Geschlechtsreife:
14-16 Monaten. Die ersten Gelege sind oft von minderwertiger Qualität (verpilzen).


Gelege und LarvenEinklappen


Mundfeld vergleichen:


Verhalten (Ethologie)Einklappen
Allgemeines Verhalten:
Die Tiere sind sehr aktiv und rufen vor allem morgens, abends und bei erhöhter Luftfeuchtigkeit. Die Tiere sind sehr territorial und nicht nur arteigene Tier werden besprungen. Bei der Paarung geht es recht stürmisch zu ich konnte regelrecht krötenähnliche Vergewaltigungsszenen mit klammern beobachten. Während des Laichens findet jedoch kein Kopfamplexus statt. (Beschreibung T. Ostrowski)


Balzverhalten:


Abb.: P. lugubris Männchen beim Rufen, Puerto Viejo-Costa Rica
© 2006 Michael Stifter

















Brutpflegeverhalten:

Abb.: Larven Absatzstelle in einer Baumhöhle
© 2007 Thomas Ostrowski

Abb.: Auch Wasseransammlungen in am Boden liegenden Blätter dienen als Absatzstelle für Larven
© 2007 Thomas Ostrowski


Lautäußerung (Vokalisation):
ein etwa 5-10 sec andauerndes melodisches Trillern, ähnlich P. vittatus aber leiser und nicht so ausdauernd


Ruf von Phyllobates lugubris, © 2005 Thomas Ostrowski
LebensraumEinklappen
Typenfundort der Erstbeschreibung
"Neu-Granada" (Kolumbien und Panama); beschränkt auf: "der Weg zwischen Bocca del toro und dem Vulcan Chiriqui [Panama]. . . zwischen 5000´ und 7000´ Höhe" sensu FROST (2006)


Verbreitung:

karibische Tieflandregenwälder von Costa Rica und Nordwest Panama in 0-600 m Höhe.
Nach Birkhahn (1994) auch bis in höhere Lagen über die Wasserscheide der Cordillera Central hinaus (1450 m)



Abb.: Verbreitungsgebiet Phyllobates lugubris
© 2008
Thorsten Mahn
(
682
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Daten von OpenStreetMap - Veröffentlicht unter CC-BY-SA 2.0
Biotop:
Die von mir besuchten Biotope lagen in der Provinz Bocas del Toro, Panama.
Es handelte sich um feuchte Senken im Tieflandregenwald der Karibikküste und den vorgelagerten Inseln. Der Boden war schattig und in der Regenzeit sehr feucht. Die Temperatur am Boden betrug 26 Grad und senkte sich nachts kaum. Rinnsaale und Pfützen bedeckten den Boden zwischen großen Bäumen. Der Boden war meist mit Laub bedeckt und an vielen Stellen verkrautet. Die Tiere lebten oft mit D. pumilio, C. nubicola, C. talamancae und D. auratus sympatrisch zusammen, wobei die P. lugubris und die Colostethen die tieferen, feuchten Stellen des Waldes bevorzugten (Larvenaufzucht in kleineren Gewässern). P. lugubris kann jedoch auch trockenere und kühlere Biotope besiedeln.
Tiere aus klimatisch anderen Biotopen sollten auch dementsprechend gehalten werden! (OSTROWSKI, pers. Beobachtung)

Abb.: Schmaler Indio-Pfad bei Puerto Viejo de Talamancae. Biotop von Phyllobates lugubris. Prov. Limón, Costa Rica.
© 2006 Holger Birkhahn

Abb.: Waldboden auf der Isla Solarte. Wasseransammlungen in den Palmwedeln dienen P. lugubris teilweise als Larven-Absatzstelle. Prov. Bocas del Toro, Panama.
© 2006 Holger Birkhahn

Abb.: Biotope von P. lugubris sind häufig kleine Quebradas, die gleichzeitig als Larvengewässer dienen können. Isla Solarte, Prov. Bocas del Toro, Panama.
© 2007 Thomas Ostrowski

Abb.: Phyllobates lugubris in der Laubschicht im Biotop. Isla Solarte, Prov. Bocas del Toro, Panama. © 2007 Thomas Ostrowski

Abb.: Die in den weichen Lehm gegrabenen Wohnhöhlen der Mangrovenkrabbe werden auch von Phyllobates lugubris als Untermieter bewohnt. Isla Solarte, Prov. Bocas del Toro, Panama
© 2007 Thomas Ostrowski

Abb.: Phyllobates lugubris im Eingangsbereich einer Krabben-Wohnhöhle.
Isla Solarte, Prov. Bocas del Toro, Panama. © 2007 Thomas Ostrowski




Haltung im TerrariumEinklappen
Terrarium/Einrichtung:
Etwas größere Becken(länger als hoch) ab: 60x40x40 cm. Automatische Beregnung und Nebelanlage empfehlenswert. Einrichtung mit dichter Bepflanzung und Unterschlupf in Form von Kokosschalen und/oder Fotodosen. Bodenbewohner, klettert aber durchaus häufig.


Temperaturen:
24-26 °C, nachts etwas kühler. Tiere aus Höhenlagen kühler halten!
Keine ausgeprägten Trockenperioden aber als Laichpause einige Wochen kühler und trockener halten.
Jahrestemperaturschwankung minimal (1-2 °C)


Luftfeuchte:
85-95%, zur Mittagszeit bis 80%, morgens und abends 100% (Nebel)
Jahresschwankung: Regenzeit mit hoher Luftfeuchte und Regen zwischen Mai und September, an der Karibikseite jedoch nicht so ausgeprägt (ständig feucht).


Ernährung:
Übliche kleine und mittlere Futtertiere
Drosophila, Mikro-Heimchen (auch etwas größere), Springschwänze, Wiesenplankton. Jungtiere sehr klein, bewältigen aber auch schon kleine Drosophila.


Besatz:
Gruppenhaltung ist gut möglich (Bei mir 3,3 in 80x50x50 cm). Die Tiere bespringen sich oft, stressen sich dabei aber meist wenig.
Männchen stimulieren sich beim Rufen und Weibchen wählen gerne, deshalb mind. 2,1


Tipps zur Zucht:
Die Eiablage erfolgt in Höhlen oder in Bromelienachseln Blättern. Fotodosen werden bevorzugt.
Legt 10-30 Eier
Entwicklungsdauer Eier: 16-18 Tage
Das Männchen bewacht sein Gelege.
Aktiver Transport der Quappen durch das Männchen in etwas größere Wasseransammlungen, meist Pfützen.
Alle Quappen werden meist gemeinsam transportiert und abgesetzt, oft werden sie einige Tage auf dem Rücken getragen und wachsen dort auch deutlich.
Entwicklungsdauer der Quappen: 80-90 Tage, Wassertemperatur bei 24°C, Nachtabsenkung empfohlen. Die Quappen können gemeinsam aufgezogen werden und mit den handelsüblichen Sorten an Frost und Trockenfutter für Zierfische ernährt werden.
Die Jungtiere sind die ersten 8 Wochen recht empfindlich gegenüber Umweltveränderungen.
Sie wachsen recht langsam und sind oft erst nach 16-18 Monaten geschlechtsreif. Ansonsten bereitet die Aufzucht keine Probleme (Beschreibung T. Ostrowski, Foto: Balz - Copyright 2002 Harald Divossen)

Varianten in Terrarienhaltung:
Buena Esperanza
Cahuita
Cerro Brucho
Chiriqui Grande
Holotyp
Isla Bastimentos
Isla Cólon
Isla Cristóbal
Isla Escudo
Puerto Viejo
Solarte
Daten errechnet aus von Nutzern gemeldeten Fröschen (Home->Meine Frösche) und den aktuellen Inseraten.
stand 22.05.2017 22:41 Uhr
ReferenzenEinklappen
OSTROWSKI, T. (2003): Dendrobates claudiae und Phyllobates lugubris - zwei Pfeilgiftfrösche aus
XXPanama im gleichen Kleid. - Reptilia 8 (5): 72-75 (PDF)
SAVAGE, J.M. (2002): The Amphibians and Reptiles of Costa Rica. A Herpetofauna between two
XXContinents, between two Seas. - The University of Chigago Press, Chigago.
SILVERSTONE, P.A. (1976): A revision of the poison arrow frogs of the genus Phyllobates Bibron in Sagra
XX(Family Dendrobatidae). - Nat.Hist.Mus. of Los Angeles County Sci.Bull. 27:1-53. (PDF)
Zitierung:Einklappen
OSTROWSKI, T. & T. MAHN (2017): Artbeschreibung Phyllobates lugubris.
- Dendrobase.de - Eine Online-Datenbank der Familie Dendrobatidae (Anura).
http://www.dendrobase.de/html/D_phyllobates_lugubris.html; Stand: Mai 2017
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FotosEinklappen

Phyllobates lugubris
"Isla Cristóbal"
© 2002
Thomas Ostrowski
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Phyllobates lugubris
"Isla Cristóbal"
© 2002
Thomas Ostrowski
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Phyllobates lugubris
"Isla Cristóbal"
Ventralansicht
© 2002
Harald Divossen
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Phyllobates lugubris
"Isla Cristóbal"
© 2002
Harald Divossen
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Phyllobates lugubris
"Isla Solarte"
© 2002
Harald Divossen
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Phyllobates lugubris
"Cerro Brucho"
© 2004
Thomas Ostrowski
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Phyllobates lugubris
"Isla Cólon"
© 2004
Thomas Ostrowski
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Phyllobates lugubris
"Isla Cólon"
© 2007
Thomas Ostrowski
(
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Phyllobates lugubris
"Cólon"
© 2007
Thomas Ostrowski
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Phyllobates lugubris
"Chiriqui Grande"
© 2004
Thomas Ostrowski
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Phyllobates lugubris
"Isla Escudo"
© 2004
Thomas Ostrowski
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Phyllobates lugubris
"Isla Escudo"
© 2007
Thomas Ostrowski
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Phyllobates lugubris
"Isla Escudo"
© 2007
Thomas Ostrowski
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Phyllobates lugubris
"Isla Escudo"
© 2007
Thomas Ostrowski
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Phyllobates lugubris
"Puerto Viejo"
© 2006 Holger Birkhahn



Phyllobates lugubris
"Puerto Viejo"
© 2007
Thomas Ostrowski
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Phyllobates lugubris
"Puerto Viejo"
© 2007
Thomas Ostrowski
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Phyllobates lugubris
"Puerto Viejo"
© 2007
Thomas Ostrowski
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Phyllobates lugubris
"Puerto Viejo"
© 2007
Thomas Ostrowski
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Phyllobates lugubris
"Puerto Viejo"
Kämpfende Männchen
© 2002
Harald Divossen
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Phyllobates lugubris
"Isla Bastimentos"
© 2001
Thomas Ostrowski
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Phyllobates lugubris
"Buena Esperanza"
© 2008
Thomas Ostrowski
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