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NomenklaturEinklappen
wissenschaftl. Name: Oophaga cf. typographa (KEFERSTEIN, 1867)

Etymologie:
Das typographa* entstammt dem lateinischen "typographus" (= Drucker) Möglicherweise bezieht es sich auf die schwarzen Hautpigmente auf dem Dorsum einiger Individuen in denen KEFERSTEIN vielleicht die Form von "Lettern" erkannte. Der Zusatz cf. (confere = vergleiche) wird gewählt, wenn die Zurechnung zu einem Taxon mit den vorliegenden Daten nicht ausreichend abgesichert werden kann, bzw. wenn eine Zugehörigkeit zu einem anderen Taxon nicht auszuschließen ist.

*Aufgrund des weiblichen Wortstammes der Gattung ergaben sich in neuer Kombination mit Oophaga (f) auch bei den ursprünglichen Epitheta einige Änderungen hinsichtlich der geschlechtsbestimmenden Suffixe (Wortendungen) von –us (m) nach –a (f). Aus Dendroates typographus (m) wurde das Taxon Oophaga typographa (f)


Synonyme:
Dendrobates typographicus (OERTTER, 1951)
Hylaplesia typographa (BROCCHI, 1882)
Dendrobates ignitus (COPE, 1874)
Dendrobates typographus (KEFERSTEIN, 1867)

Bisher selbst noch Synonym zu Oophaga pumilio. (FROST, 2006)

deutscher Name: Erdbeerfröschchen
SystematikEinklappen
Klassifizierung:
Amphibia->Anura->Dendrobatoidea->Dendrobatidae->Dendrobatinae->Oophaga->Oophaga cf. typographa (KEFERSTEIN, 1867)

Anmerkung zur Systematik:
Neueste genetische Untersuchungen von HAGEMANN (2005) und RUDH (2005) und morphologische Daten und Rufanalysen von KARSCH (2004) deuten auf drei Arten innerhalb der verschiedenen als O. pumilio bezeichneten Populationen. Die als "Blaubeiner" bezeichneten Populationen aus Costa Rica mit Verbreitung nördlich des Río Reventazon und die Population von der panamaischen Insel Isla Escudo de Veraguas haben keinen en Ursprung mit O. pumilio und müssten folglich als zwei eigenständige Arten angesehen werden. Für die nordcostaricanischen Populationen könnte das bisherige O. typographa (Keferstein, 1867) wieder Gültigkeit erlangen, sollten sich das Typusmaterial für dieses als genetisch identisch erweisen. Ansonsten könnte das jüngere Synonym Oophaga ignita (Cope, 1874) wieder Artrang erhalten, welches für die nicaraguanischen Populationen aufgestellt wurde. Bis zur engültigen Klärung bezeichnen wir die nördlichen Populationen hier zunächst als O. typographa. Die kleinen rot-blauen Populationen von Isla Escudo und dem Festland westlich von Punta Valiente sind genetisch O. speciosa viel näher stehend (HAGEMANN, 2005) und unterscheiden sich auch und in ihren en von O. pumilio (OSTROWSKI, 2006). Sie gehören somit einer neuen unbeschriebenen Art an, die wir als Oophaga "Escudo" von O. pumilio abtrennen und gesondert aufführen.






Abb: Neighbour-joining tree (Cytochrom b, Cytochrom Oxidase I und 16SrRNA). HAGEMANN, 2005.
© Sabine Hagemann & Thorsten Mahn 2006.

BedrohungsstatusEinklappen
Keine Angaben nach IUCN (2006) und CITES (2006), da bisher nicht als eigenständige Art gelistet. Populationen die dem Taxon Oophaga typographa zugeordnet werden können, sind über ein großes Gebiet in Costa Rica und Nicaragua verbreitet und äußerst anpassunsfähig. Die Populationen sind sowohl in Primärwald als auch in Sekundärhabitaten anzutreffen. Einige Populationen leben in Schutzgebieten (La Selva, Tortuguero) und somit dürfte die Art als "wenig bedroht" einzustufen sein.

Anhang II des WA. Anhang B der EUArtschVO. Meldepflichtig nach BArtSchVO.

BeschreibungEinklappen
Größe
Mittelgroßer Dendrobatide mit einer von 19 - 22 mm. Die Vermessung von 63 Individuen aus 6 Populationen ergab eine durchschnittliche KRL von 20,42 mm +/- 0,79 mm (aus HAGEMANN, 2005 nach KARSCH, 2004).

Tab.: Kopf-Rumpf-Länge und Gewicht (Mittelwerte und Standardabweichung)
verschiedener Populationen von O. cf. typographa  Daten nach HAGEMANN (2005)
Population Ø KRL [mm] +/- [mm]< Ø BW [mg] +/- [mg]
Upala 21,5 1,0 775 88
Caño Negro 20,2 0,8 685 58
Tortuguero 19,8 1,3 591 122
La Selva 20,3 0,6 622 97
Guápiles 21,8 0,3 815 34
Fortuna 19,7 0,8 635 78

Körpermerkmale:
Roter bis orangener Körper mit blauen Beinen. An den Vorderbeinen häufig erst unterhalb des Ellenbogengelenkes blau gefärbt. Rücken leicht granuliert. Es kommen bei allen Populationen Tiere mit schwarzen sprenkeln auf dem Rücken vor.

Abb.: Verschiedene Farbausprägungen der Population von Oophaga pumilio am Río Reventazon. Entlang der Verbreitungsgrenze zwischen O. pumilio und O. cf. typographa zeigen die Populationen Merkmale beider Arten. Provincia Limón, Costa Rica.
© 2007 Kay-Uwe Stolarski


Variation:
Im Gegensatz zu den panamaischen Populationen von O. pumilio zeigen die Populationen von O. cf. typographa nur eine geringe Variabilität in der Färbung. Tiere in Nicaragua und im Nordosten Costa Rica´s zeigen eine weniger kräftige Rotfärbung auf dem Dorsum und die Blaufärbung der Beine ist meist nur auf die Füße beschränkt oder teilweise nicht mehr vorhanden. Gegenüber der außerordentlich großen Variabilität der hochen Art O. pumilio sind die hier als O. cf. typographa bezeichneten Populationen jedoch eher als monomorph einzustufen.


Tab.: Namen, Größenangaben und Farbmusterverteilung verschiedener Populationen von Oophaga cf. typographa
Farbmorphe Foto Alternativ Namen Verbreitung Grundfarbe Zeichnung Größe [mm]
Caño Negro   Provincia de Alajuela, Costa Rica  rot, Beine blau  schwarze Sprenkel auf dem Rücken möglich  19-21 
Fortuna   Pueblo Nuevo  Provincia de Alajuela, Costa Rica  rot, Beine blau  schwarze Sprenkel auf dem Rücken möglich  19-20 
Guapiles   Provincia de Limón, Costa Rica  rot, Beine blau  schwarze Sprenkel auf dem Rücken möglich  20-22 
Holotyp            
La Unión La Cruce, La Selva, Puerto Viejo de Sarapiqui  Provincia de Heredia, Costa Rica  rot, Beine blau  schwarze Sprenkel auf dem Rücken möglich  20-21 
Sarapiqui La Cruce, La Selva, Puerto Viejo de Sarapiqui  Provincia de Heredia, Costa Rica  rot, Beine blau  schwarze Sprenkel auf dem Rücken möglich  20-21 
Tortuguero     Provincia de Limón, Costa Rica  rot, meist nur blaue Füße  schwarze Sprenkel auf dem Rücken möglich  19-20 
Upala   Provincia de Alajuela, Costa Rica  rot, Beine blau  schwarze Sprenkel auf dem Rücken möglich  20-22 
Gelege und LarvenEinklappen
Merkmale Gelege:
SILVERSTONE (1975) beschreibt für O. pumilio Gelegegrößen von 6 - 16 Eiern. Diese Angaben dürften auch für O. cf. typographa zutreffend sein.



Abb.: Mundfeld Oophaga cf. typographa nach SAVAGE (2002), © 2007 Thomas Ostrowski (0)
Mundfeld vergleichen:


Ernährung:
MELANCON (2006) konnte Larven von O. cf. typographa erfolgreich durch weibliche O.pumilio als Ersatzmütter aufziehen lassen. Er entfernte die betreuten Larven der O. pumilio (Bastimentos-Variante) und ersetzte diese durch die artfremden Larven. Der Aufzuchterfolg lag bei 100%. Bei künstlich mit artfremden Froscheiern (D. auratus) aufgezogenen Larven von O. cf. typographa lag der Aufzuchterfolg nur bei 50%.

Verhalten (Ethologie)Einklappen
Allgemeines Verhalten:


Abb.: Häutung von Oophaga cf. typographa. Wie alle Anuren häuten sich auch Dendrobatidae in regelmäßigen Abständen. Die Haut wird anschließend verzehrt.
© 2007 Marco Bauer




Anzeigeruf von Oophaga cf. typographa (5 s Sequenzausschnitt). © 2007 Jan Karsch

Sonagramm vergleichen:

LebensraumEinklappen
Typenfundort der Erstbeschreibung
"Costa Rica", nach KEFERSTEIN, 1867.


Verbreitung:

Das Verbreitungsgebiet der Art erstreckt sich über das gesamte karibische Tiefland von Costa Rica nördlich des Río Reventazon bis in den Süden von Nicaragua. Die Art besiedelt Biotope in Höhen von 0 - 500 m.







Abb.: Verbreitungsgebiet Oophaga cf. typographa
© 2008 Thorsten Mahn (682)
Daten von OpenStreetMap - Veröffentlicht unter CC-BY-SA 2.0
Biotop:

Abb.: Diffenbachia sp. ist eine der Hauptbrutpflanzen in vielen Biotopen.
Costa Rica, Provinz Heredia. © 2005 J. Karsch

Abb.: Extensiv bewirtschaftete Bananenpflanzung. Ein Biotop mit vielen Phytotelmata als Larvenaufzuchtmöglichkeit.
Costa Rica, Provinz Heredia. © 2005 J. Karsch

Abb.: Eine feuchte aber sonnige Viehweide bei Pto. Viejo de Sarapiqui. Biotop der "Blaubeiner"-Variante.
Costa Rica, Provinz Heredia. © 2005 Thomas Ostrowski

Abb.: Diese Rodungsfläche wird von einer großen Population
der "Blaubeiner"-Variante bewohnt.
Costa Rica, Provinz Heredia. © 2005 Thomas Ostrowski





Haltung im TerrariumEinklappen
Varianten in Terrarienhaltung:
Caño Negro
Fortuna
Guapiles
Holotyp
La Unión
Sarapiqui
Tortuguero
Upala
Daten errechnet aus von Nutzern gemeldeten Fröschen (Home->Meine Frösche) und den aktuellen Inseraten.
stand 18.09.2017 15:29 Uhr
ReferenzenEinklappen
BUNNEL, P. (1973): Vocalization in the Territorial Behavior of the Frog Dendrobates pumilio.
XX– Copeia No. 2: 277-284
FROST, D.R. (2007): Amphibian Species of the World: an Online Reference. Version 5.0 (1.02.2007).
XXElectronic Database accessible at http://research.amnh.org/herpetology/amphibia/index.php
XX Am.Mus.Nat.Hist. New York, USA.
GRANT, T . , FROST, D. R. , CALDWELL, J. P. , GAGLIARDO, R. , HADDAD, C. F. B. , KOK, P. J. R. ,
XXMEANS, D.B. , NOONAN, B. P. , SCHARGEL, W. E. & W.C. WHEELER (2006): Phylogenetic
XXsystematics of dart-poison frogs and their relatives (Amphibia, Athesphatanura, Dendrobatidae).
XX - Bulletin of the Am.Mus.Nat.Hist. 299. (PDF)
HAGEMANN S, & H. PRÖHL (2007): Mitochondrial paraphyly in a polymorphic poison frog species
XX(Dendrobatidae; D. pumilio). - Molecular Phylogenetics & Evolution 45(2): 740-747
HAGEMANN, S. (2005): Genetische Variation beim Erdbeerfröschen (Dendrobates pumilio) in Costa Rica
XXund Panama. – Diplomarbeit, 2005. Institut für Zoologie, Tierärztlichen Hochschule Hannover.
KARSCH, J. (2004): Geographische Variation in bioakustischen Signalen beim Erdbeerfröschchen
XXDendrobates pumilio – Diplomarbeit, Institut für Zoologie der Tierärztlichen Hochschule Hannover.
KEFERSTEIN, W. (1867): Ueber einige neue oder seltene Batrachier aus Australien und dem tropischen
XX Amerika. - Nachrichten von der Georg-Augusts Universität und der Königlichen Gesellschaft
XX der Wissenschaften zu Göttingen 18: 341-361
MELANCON, R.L. (2006): Possible Alternatives For Raising Obligate Egg-Feeding Tadpoles.
XX - http://www.robbster.com/RobbHome/FrogPage/ (27.08.06)
RUDH, A. (2006): Genetic structure among color morphs of the Strawberry poison frog (Dendrobates
XX pumilio). - Degree projekt in biology. Examensarbete i biologi, 20 p (10 p), HT 2005.
XX Biology Education Centre and Department of Population Biology, Uppsala University. (PDF)
Zitierung:Einklappen
OSTROWSKI, T. & T. MAHN (2017): Artbeschreibung Oophaga cf. typographa.
- Dendrobase.de - Eine Online-Datenbank der Familie Dendrobatidae (Anura).
http://www.dendrobase.de/html/D_oophaga_species02.html; Stand: September 2017
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FotosEinklappen

Oophaga cf. typographa
"Fortuna"
(Pueblo Nuevo)
© 2004 Jan Karsch



Oophaga cf. typographa
"Upala"
© 2004 Jan Karsch



Oophaga cf. typographa
"Caño Negro"
© 2004 Jan Karsch



Oophaga cf. typographa
"Guapiles"
© 2004 Jan Karsch



Oophaga cf. typographa
"Sarapiqui"
(La Cruce)
© 2004 Jan Karsch



Oophaga cf. typographa
© 2005 Marco Bauer (5)



Oophaga cf. typographa
© 2005 Marco Bauer (5)



Oophaga cf. typographa
"Sarapiqui"
(La Selva)
© 2006 Holger Birkhahn



Oophaga cf. typographa
"Sarapiqui"
© 2006 Holger Birkhahn



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