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Rainforest Background im Test
von Thorsten Mahn
Während einer Rüsselsheimer Froschbörse kam ich mit Udo Bremer, dem Hersteller von Rainforest Background, ins Gespräch. Ich hatte schon immer mit dem Gedanken gespielt diese Möglichkeit der Terrariengestaltung auszuprobieren, da alle bisher selbst hergestellten Rückwandbeschichtungen als Xaxim Ersatz irgendwelche Nachteile mit sich brachten. Mal speicherten sie zu wenig Wasser, dann wuchsen die Pflanzen oder Moose nicht richtig oder es sah einfach unnatürlich aus. Für all diese Probleme sollte RBG die Lösung sein?
Herr Bremer stellte mir freundlicherweise einen Eimer RBG zu Testzwecken kostenlos zur Verfügung. Im Gegenzug musste ich ihm versprechen einen kritischen Testbericht zu schreiben.

Testumgebung:
Ich entschied mich für die Dekoration eines alten, frisch renovierten Terrariums mit den Maßen 100 cm x 50 cm x 50cm. In das Becken wurden eine schräge Bodenscheibe
und 2 Trennwände eingeklebt. Zusätzlich wurde es mit Bohrungen für Regendüsen sowie einem Abfluss ausgestattet. Die zu beschichtende Fläche betrug also etwa 2 m2. Die erhaltende Menge von 10 Litern RBG war dafür etwas zu knapp bemessen, daher entschied ich mich im Vorfeld zusätzlich Xaxim-Platten und Brenntorf-Ziegel auf die Rück- und Seitenwände zu kleben.

Einrichtung mit RFB
Im ersten Schritt wurden Xaxim-Platten und Brenntorf-Ziegel mit schwarzem Silikon an die Scheiben geklebt. Obwohl RBG auch direkt auf Glas halten soll, habe ich den Tipp von Udo beherzigt und noch zusätzlich Styroporstücke an die Scheiben geklebt. Dadurch soll sich die Haltbarkeit auf Glas erhöhen und es ergibt sich etwas Struktur. Die Wände sollen ja nicht wie frisch verputzt aussehen. Einige Brenntorfstücke wurden zusätzlich als Vorsprünge eingeklebt. Wichtig ist darauf zu achten, dass Brenntorf beim Wässern an Volumen
zunimmt und mit Leichtigkeit ein Terrarium zerspringen lassen kann. Also immer mit Sicherheitsabstand verarbeiten!

Ein frisch mit RFB eingerichtetes Paludarium
© 2007 Sascha Schinnerl

Becken A: Dekoration aus Xaxim-Platten
© 2007 Thorsten Mahn

Becken B: Dekoration aus Xaxim und Brenntorf
© 2007 Thorsten Mahn

Becken C: Styropur als Unterbau und Xaxim-Platten. Im Vordergund wurde ein Brenntorfziegel als Brücke eingeklebt.
© 2007 Thorsten Mahn
Nach dem Aushärten des Silikons konnte mit dem Einbringen des RBG begonnen werden. Dies geschieht am einfachsten mit den Händen und wird in Kartoffel großen Batzen an die Wände gedrückt und zu einem flachen Fladen verteilt. Bei einer Materialdicke von ungefähr zehn Millimetern hält das Ganze wunderbar. Beim Andrücken quillt einiges an milchiger, hell brauner Flüssigkeit aus der Masse, welche vermutlich Bindemittel enthält. Daher habe ich nach dem Einbringen des RBG den Graben mit reichlich klarem Wasser ausgespült, bis keine Flüssigkeit mehr aus den frischen Wänden tropfte. Bei der Verarbeitung empfiehlt es sich Gummihandschuhe zu tragen, da ansonsten die Hände für die nächste Woche braune Flecken haben.
Nachdem alle Wände "modelliert" sind, ist Geduld angesagt. Die Wände müssen nun komplett durchtrocknen. Ich ließ die Becken sicherheitshalber 4 Wochen unberührt. Die dabei entstehenden Risse, vornehmlich an den Übergangstellen vom Glas zu anderen Materialien, verschließen sich nach dem Befeuchten der Becken weitestgehend können aber auch noch
unerwünschte Effekte nach sich ziehen wie nachfolgend beschrieben wird.

Nach dem Trocknen entstehen Risse in den Wänden
© 2007 Thorsten Mahn

In den ersten Tagen mit Beregnung perlte das Wasser auf der Oberfläche ab und es wurde nur wenig Wasser aufgenommen. Nach 2 Wochen konnte man deutliche dunkle Stellen erkennen, an denen sich das RBG mit Wasser voll gesogen hatte. Für die Anfangszeit verwendete ich in Becken A und B zwei Düsen. Man hätte die Einlaufphase durch manuelles Sprühen sicher noch verkürzen können, dann hätten sich aber keine direkten Vergleichsmöglichkeiten zu anderen Materialien ergeben. Die an den
Rückwänden eingebrachten Xaxim-Platten saugten sich im Übrigen etwas schneller mit Wasser voll.
Nachdem alle Wände satt Wasser aufgesogen hatten, stellte sich heraus, dass das RFB an einigen Stellen lose an den Wänden hing. Beim leichten Drücken gegen die Masse merkte man deutlich einen darunter liegenden Hohlraum. Noch hält das Ganze, doch sobald das erste Mal Rankpflanzen von den Wänden gerissen werden, dürfte sich die Beschichtung vermutlich vom Untergrund lösen. Hauptsächlich traten die losen Stellen an den Styroporstücken auf, die als Untergrund an die Glasscheiben geklebt wurden. Offenbar machten sich nun die oben beschriebenen Trocknungsrisse bemerkbar, die ja hauptsächlich in den Übergangzonen zwischen den unterschiedlichen Untergründen auftraten. Allerdings habe ich aufgrund der Materialknappheit teilweise nur eine 0,5cm dicke Schicht aufgetragen, so dass die Probleme möglicherweise hausgemacht sind. Es ist zu empfehlen, ein einheitliches Material als Untergrund zu verwenden und mindestens 1,5 – 2 cm Material aufzutragen.

Becken A: eingekleidet mit RFB
© 2007 Thorsten Mahn

Becken B: Die nur an der Seite angeklebte Brenntorfplatte hat ihrem Eigengewicht Nachgegeben. Für sollche Konstruktionen sind Stützen unerläßlich.
© 2007 Thorsten Mahn

Becken C: Rechts hinten wurde ein Wasserlauf modeliert, um die Stabilität von RBG unter wasser zu testen.
© 2007 Thorsten Mahn


Nach einem Monat
wurden einige Matten Javamoos auf dem Boden von Becken A und B verteilt, sowie Bromelien angesteckt. Bisher zeigte sich auf dem RFB keinerlei Eigenbegrünung. Dem Becken C wurde bis auf etwas Laub und eine halbe Kokosnussschale keine weiteren Gegenstände hinzugefügt.


Becken A nach einem Monat
© 2007 Thorsten Mahn

Becken B nach einem Monat
© 2007 Thorsten Mahn

Becken C nach einem Monat
© 2007 Thorsten Mahn


Erste Begrünung auf dem Xaxim in den bepflanzten Becken
© 2007 Thorsten Mahn


Nach 2 Monaten
zeigten sich erste Moose und Algen. Der Aufwuchs entwickelte sich etwa Zeitgleich auf RFB und Xaxim. In Becken C (dem ohne Impfung mit Javamoos) zeigten sich bis zu diesem Zeitpunkt allerdings auch keine Spuren von Begrünung. In Becken A und B wurden jetzt noch einige Rankpflanzen an die Wände gesteckt.
Um die Becken zu vervollständigen wurden sie mit folgenden Fröschen besetzt:

  • Becken A: 1,1 O. pumilio "Colon"
  • Becken B: 0,3 O. pumilio "Escudo"
  • Becken C: 0,0,1 A. galactonotus "rot"

Aus technischen Gründen wurde der Wasserlauf in Becken C gestrichen.



Becken A nach 2 Monaten
© 2007 Thorsten Mahn

Becken B nach 2 Monaten
© 2007 Thorsten Mahn

Becken C nach 2 Monaten
© 2007 Thorsten Mahn


Nach 8 Monaten
sind die Becken A und B schon recht grün. Eine schnellere Begrünung wäre durch Verteilen von Moos auf dem RFB möglich gewesen, wie sich auf dem komplett bewachsenen Boden zeigt. Langsam wird es nötig erste Rankpflanzen zu stutzen. Dabei zeigt sich, dass die Stabilität des RFB einem einfachen Herausreißen der Pflanzen nicht standhielt. Hier muss zur Schere gegriffen werden und bei Verwurzelungen vorsichtig gearbeitet werden.


Becken A nach 8 Monaten
© 2008 Thorsten Mahn

Becken B nach 8 Monaten
© 2008 Thorsten Mahn

Becken C nach 8 Monaten, Aus dieser Lieferung RFB keimten keine Pflanzen
© 2008 Thorsten Mahn

Zu dünn aufgetragenes RFB löst sich nach einiger Zeit wieder ab
© 2008 Thorsten Mahn

Nach 12 Monaten
waren alle Becken trotz spärlichem Bepflanzen und wenig impfen gleichmäßig mit Moosen bewachsen. Den Fröschen erging es prächtig und es sind keine Ausfälle innerhalb der zehn Monaten zu beklagen gewesen. Die O. pumillio "Colòn" haben bereits für Nachwuchs gesorgt (3 Jungtiere)

Becken A nach 12 Monaten
© 2008 Thorsten Mahn
16142|250 16143|250
16137|370
Fazit:

Ein Wundermittel, das ein komplett begrüntes Becken innerhalb einer Woche zaubert, ist Rainforest Background genauso wenig wie alle andere Materialien. Ein wenig Geduld gehört immer zum Einfahren eines Terrariums. Saugfähigkeit und Dauer bis zu einer vollständigen Begrünung (bei Animpfung) liegen im Bereich von Xaxim. Im Punkt Stabilität ist Xaxim jedoch klarer Sieger. Die umfangreicheren Gestaltungsmöglichkeiten im Vergleich hier zu sprechen jedoch für die Verwendung von RFB oder die Kombination beider Materialien.
Ein weiterer Aspekt ist die Schonung der natürlichen Ressourcen von Baumfarn sowie das Einsparen von CO2 beim Transport des Xaxims um die halbe Welt.

Rainforest Background können sie nur direkt bei Udo Bremer (Udo.Bremer@t-online.de) bestellen.

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