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Fotos von NutzernEinklappen

Allobates talamancae Reserva Indígena Keköldi
© 0000
Bernd Tennemann
(
58
)


Allobates talamancae Reserva Indígena Keköldi
© 0000
Bernd Tennemann
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)

NomenklaturEinklappen
wissenschaftl. Name: Allobates talamancae (COPE, 1875)

Etymologie:
Das talamancae bezieht sich auf das Vorkommen der Art entlang des Gebirgszuges der Cordillera de Talamanca in Costa Rica und Panama.


Synonyme:
Allobates talamancae (GRANT, FROST, CALDWELL, GAGLIARDO, HADDAD, KOK, MEANS, NOONAN, SCHARGEL & WHEELER, 2006)
Colostethus talamancae (SAVAGE 1968)
Phyllobates talamancae (BARBOUR & DUNN 1921)
Dendrobates talamancae (WERNER 1901)
Hylaplesia talamancae (BROCCHI 1882)
Dendrobates talamancae (COPE 1875)

FROST (2004)

englischer Name: Talamanca Rocket Frog
deutscher Name: Talamanca-Raketenfrosch
SystematikEinklappen
Klassifizierung:
Amphibia->Anura->Dendrobatoidea->Dendrobatidae->->Allobates->Allobates talamancae (COPE, 1875)

Anmerkung zur Systematik:
Achtung!!! Die Gattung Colostethus enthielt lange Zeit die größte Zahl an Arten innerhalb der Dendrobatidae (FROST, 2004). Ihre Entwicklungslinie innerhalb der Familie Dendrobatidae verlief jedoch nicht linear von einem gemeinsamen Vorfahren aus. Jünste genetischen Untersuchungen von VENCES ET AL. (2003) wiederlegten eine sogenannte e Entwicklung. Stattdessen ließ sich Colostethus s.l. in mindestens fünf verwandschaftlich voneinander unabhängige (paraphyletische) Entwicklungslinien zwischen anderen Gattungen der Familie Dendrobatidae einorden. Eine Aufspaltung von Colostethus s.l. in verschiedene Gattungen und sogar Familien! wurde dann im Zuge der umfangreichen Revision der Dendrobatoidea von GRANT ET AL. (2006) vorgenommen. Die ehemalige Gattung Colostethus s.l. zerfällt nun in die Gattungen Allobates, Aromobates, Anomaloglossus, Manophryne und Rheobates (Fam.: Aromobatidae) und Colostethus, Hyloxalus und Silverstoneia (Fam.: Dendrobatidae). Aufgrund genetischer Kriterien wurde die Art Colostethus talamancae innerhalb der Gattung Allobates eingeordnet.

BedrohungsstatusEinklappen
Nicht im Anhang II des WA (CITES, 2004). Nicht meldepflichtig nach BArtSchVO. In der Roten Liste (IUCN) aufgrund des großen Verbreitungsgebietes als "nicht gefährdet" gelistet. Keine Handelsbeschränkungen nach CITES (nicht gelistet).

BeschreibungEinklappen
Größe
Mittelgroßer Dendrobatide mit einer von 16 - 25 mm Länge (SAVAGE, 2002). Alle von OSTROWSKI beobachteten und gehaltenen geschlechtreifen Tiere lagen eher im oberen Bereich der Größenangabe.

Körpermerkmale:
Körper gestreckt. Kopf etwas länger als breit. Schnauze von oben betrachtet stumpf. e Männchen besitzen zwei Vokal-Schlitze und eine große Schallblase. Finger 1>2, Finger 3 nicht geschwollen. Keine Zehenhäute. dunkelbraun. Ein nicht besonders stark abgesetzter in hellbraun zieht vom Steiß bis über das Augenlid. Flanken schwarz, begrenzt von einem weißen von den Schenkelbeugen über die Flanke bis oberhalb der Lippen (Labialstreifen). Der Ventrolateralstreifen verläuft etwas gewellt und ist zur hellen Bauchseite hin durch dunkle Flecken begrenzt. Durch diese dunklen Flecken bzw. Bereiche (Marmorierung) wird der Ventrolateralstreifen bei einigen Tieren teilweise in zwei Linien aufgespalten. Männliche Tiere besitzen oft einen etwas dunkleren Dorsolateralstreifen und erscheinen dadurch dunkler. Die Kehle ist bei adulten Männchen dunkelgrau oder schwarz gefärbt, bei juvenilen und weiblichen Tieren weiß. Kein ausgeprägter Größenunterschied zwischen Männchen (16 - 22 mm) und Weibchen (17 - 24 mm), Weibchen aber etwas fülliger. Schenkelunterseiten hellbeige, mit Orange durchsetzt. Schenkeloberseiten mit dunklen Bändern. (nach SAVAGE, 2002 und OSTROWSKI, pers. Beobachtungen)


Variation:
Die Art ist innerhalb einer Population genauso variabel in der Ausprägung der Färbung, wie zwischen verschiedenen Populationen. Deshalb erscheint es nicht sinnvoll Varianten festzulegen. Schenkel manchmal heller gefärbt und auch auf der Oberseite mit orange und/oder stärkeren Schenkelbändern. Auch in der Helligkeit der Grundfarbe sehr variabel (OSTROWSKI, pers. Beobachtung).


Alter:
bis 10 Jahre


Geschlechtsreife:
mit 12- 14 Monaten. Die ersten Gelege sind oft von minderwertiger Qualität (verpilzen).


Hautgifte:
Keine Hautgifte bekannt.

Gelege und LarvenEinklappen
Merkmale Gelege:

Abb.: Auch im Biotop kommt es zu verpilzten Gelegen
© 2007 Thomas Ostrowski

Abb.: Nahaufnahme des verpilzten Allobates talamancae Geleges im Biotop
© 2007 Thomas Ostrowski



copyright 2006
Thomas Ostrowski
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Mundfeld vergleichen:


Verhalten (Ethologie)Einklappen
Allgemeines Verhalten:
tagaktiv aber versteckt, kommt aber bereitwillig ans Futter. Bei Vergesellschaftung mit anderen Fröschen etwas weniger scheu.
Ist Artgenossen gegenüber etwas aggressiv, Tiere drücken sich unabhängig vom Geschlecht vor allen bei der Fütterung. Sehr territorial! Es wird immer nur kurz gerufen (Anzeigeruf), dann herrscht wieder eine längere Zeit Stille. Das Männchen und das Weibchen bewachen ihre Gelege und vertreiben andere Frösche durch Anspringen. Wie bei vielen Colostethen stimulieren sich die Männchen gegenseitig beim Rufen. Hier transportiert das Männchen und nicht das Weibchen die Quappen(vgl. C. inguinalis)(Beschreibung T. Ostrowski)


Balzverhalten:

Abb.: Pärchen Allobates talamancae bei der Balz
© 2007 Thomas Ostrowski

















Lautäußerung (Vokalisation):

Abb.: Rufendes Allobates talamancae Männchen
© 2007 Thomas Ostrowski

Der Ruf ist ein aus einer Folge von Doppelnoten zusammengesetzter, heller, lauter Ruf. Er ähnelt dem von Ameerega pictus. Als Abwehr bzw. Drohruf geben die Tiere ein leises Schnarren von sich, zu dem auch Weibchen fähig sind.






Ruf Allobates talamancae, © 2005 T. Ostrwoski

Sonagramm vergleichen:

LebensraumEinklappen
Typenfundort der Erstbeschreibung
Laut Erstbeschreibung: "near Old Harbour [=Puerto Viejo], on the East coast, [Cantón de Limón, Provincia Limón,]" Costa Rica (FROST, 2006).


Verbreitung:

Tieflandregenwälder von Costa Rica und Panama (entlang der Cordillera Talamanca) über West Kolumbien bis nach Nordwest Ecuador, 0-800 m. his species ranges from Rio San Juan in Nicaragua, through northeastern and southwestern Costa Rica, throughout much of central and eastern Panama (including several islands in Bocas del Toro), to the Pacific lowlands of Colombia to northern Ecuador. It occurs below 800m.



Abb.: Verbreitungsgebiet Allobates talamancae
© 2008
Thorsten Mahn
(
682
)
Daten von OpenStreetMap - Veröffentlicht unter CC-BY-SA 2.0
Biotop:
Tieflandregenwälder bis 800m Höhe. Feucht und warm, sehr schattig. Boden meist mit Laub bedeckt. Oft in der Nähe kleinster Bäche, Rinnsaale oder feuchter Senken, meidet stärker strömende Bäche und ist bei der Fortpflanzung nicht! auf fließendes Wasser angewiesen. Kein Kulturfolger, nur in Primärwald oder alten Sekundärwald.
Fundort Isla Colon:
Ein von mir besuchter Fundort lag etwa 300m vom Meer entfernt, etwa 0-10 m Höhe. Es handelte sich um ein Primärwaldstück mit vielen feuchten Senken. Ein Bach durchfloss das Gebiet war aber kein stärker bewohntes Biotop. Die Tiere waren überall in der Laubschicht zwischen Baumwurzeln und Bodenbewuchs zu finden. Die Populationsdichte betrug etwa 1 es Tier/m2 und bis zu 10 e Tiere/m2. Es war sehr schattig und die Temperatur betrug 26 Grad. Regen ist sehr häufig (täglich), aber meist nachts.
Die Tiere lebten hier sympatrisch mit Dendrobates pumilio und Phyllobates lugubris.(Beschreibung T. Ostrowski)

Abb.: Biotop Allobates talamancae
© 2007 Thomas Ostrowski

Abb.: Allobates talamancae im Revier, ♂ oben, ♀ unten links
© 2007 Thomas Ostrowski

Klima:
Das südliche Ende des (Costa Rica und Panama) wird klimatisch durch die Kordilleren in eine feuchte karibische und eine trockenere pazifische Seite getrennt. Die karibische Seite Panamas zeichnet sich durch ein recht gleichmäßiges tropisches Klima aus. Im Jahresverlauf sind die Temperaturschwankungen sehr gering und betragen im Mittel ca. 1-2°. Auch im Tagesverlauf lassen sich im karibischen Tiefland nur selten höhere Schwankungen zwischen Tag und Nacht nachweisen (WALTER & BRECKLE, 1999). Dennoch kann es in klaren Nächten, nach starken Regenfällen oder bei atlantischen kalten Luftströmungen aufgrund von Hurrikanen in der karibischen See zu kurzfristigen Temperaturstürzen kommen. Im Herbst 2004 kam es in Changuinola, Panama auf Meeresniveau zu einem Kälteeinbruch mit Temperaturen von nur 15 ° C. Auch in Costa Rica konnte der Autor nach starken Regenfällen im Tiefland Temperaturen von 16 ° C messen (OSTROWSKI, pers. Beobachtg.). Diese ungewöhnlichen Tiefsttemperaturen halten allerdings nur wenige Stunden (in Ausnahmefällen einige Tage) an und sind meist nur lokal begrenzt. Auf dem geschützten Waldboden lassen sich aber fast ganzjährig Temperaturen messen, die sowohl am Tag, als auch in der Nacht, etwa dem Jahresmittelwert entsprechen (WALTER & BRECKLE, 2000). Im Gebiet der Provinz Bocas del Toro beträgt diese etwa 26 ° C (s. Abb.). Die Niederschläge sind ebenfalls relativ konstant und ganzjährig hoch. Während des Nordwinters bringen die Luftströmungen des Nordost-Passates feuchte Luftmassen, während im Nordsommer Tiefdruckgebiete über der Karibik für Niederschläge sorgen. Die Niederschläge liegen je nach Abschattung durch die Gebirgszüge zwischen 2000 und 4000 mm im Jahr (WALTER & BRECKLE, 1999). Lediglich in den Monaten Januar bis März kann es lokal zu kurzen Trockenperioden mit weniger als 100 mm im Monat kommen (s. Abb.). Insgesamt sind die Niederschläge über das Jahr aber relativ konstant verteilt, so dass sich die Frösche der karibischen Seite auch das ganze Jahr über fortpflanzen können.





Haltung im TerrariumEinklappen
Terrarium/Einrichtung:
Regenwald-Terrarium ab 50x50x50cm mit Wasserteil, Bachlauf ist nicht erforderlich.
automatische Beregnung und Nebelanlage empfehlenswert
Bodenbewohner, klettert nicht.


Temperaturen:
Tags 24-27 °C, nachts um 3-4 °C absenken
Jahrestemperaturschwankung minimal (1-2 °C)


Luftfeuchte:
80-95%, fällt zur Mittagszeit bis auf 70%, morgens und abends 100% (Nebel)
Jahresschwankung: Regenzeit mit hoher Luftfeuchte und Regen zwischen Mai und September, im Winter etwas trockener halten


Ernährung:
Übliche kleine bis mittlere Futtertiere: Drosophila, Mikro-Heimchen, kleine Wachsmaden, Wiesenplankton und Springschwänze.
Jungtiere sind klein, bewältigen aber sofort kleine Drosophila.


Besatz:
Gute Ergebnisse wurden mit den Kombinationen 1,1 und 2,1 erzielt. Bei mehreren Tieren kommt es zu Unterdrückungsritualen. Auch in großen Becken kaum Gruppenhaltung möglich, da die Tiere sehr territorial sind. Zwei Männchen sind vorteilhafter, da sonst nur selten gerufen und abgelaicht wird.


Tipps zur Zucht:
Die Eiablage erfolgt in Höhlen oder unter Blättern.
Fotodosen werden bevorzugt.
Legt 10-30 Eier
Entwicklungsdauer Eier: 18 Tage
Das Männchen bewacht sein Gelege und frisst währenddessen nur selten.
Aktiver Transport der Quappen durch das Männchen in etwas größere Wasseransammlungen, meist Pfützen.
Alle Quappen werden gemeinsam transportiert und abgesetzt
Entwicklungsdauer der Quappen: 80-90 Tage, Wassertemperatur bei 24°C, Nachtabsenkung empfohlen
Die Quappen können gemeinsam aufgezogen werden und mit den handelsüblichen Fischfuttersorten ernährt werden.
Quappen sollten nach dem durchbrechen der Vorderbeine in einen Wasserteil eines Terrariums gesetzt werden, da sie beim Umsetzen sehr Stressanfällig sind. (Lähmungserscheinungen und Tod)

Varianten in Terrarienhaltung:
Colon
Holotyp
Daten errechnet aus von Nutzern gemeldeten Fröschen (Home->Meine Frösche) und den aktuellen Inseraten.
stand 30.03.2017 18:07 Uhr
ReferenzenEinklappen
CITES (2005): Convention on International Trade of Endangered Species of Wild Fauna and Flora.
XXOnlineversion: 11.08.05. Electronic Database accessible at http://www.cites.org/index.html
FROST, D.R. (2007): Amphibian Species of the World: an Online Reference. Version 5.0 (1.02.2007).
XXElectronic Database accessible at http://research.amnh.org/herpetology/amphibia/index.php
XX Am.Mus.Nat.Hist. New York, USA.
GRANT, T . , FROST, D. R. , CALDWELL, J. P. , GAGLIARDO, R. , HADDAD, C. F. B. , KOK, P. J. R. ,
XXMEANS, D.B. , NOONAN, B. P. , SCHARGEL, W. E. & W.C. WHEELER (2006): Phylogenetic
XXsystematics of dart-poison frogs and their relatives (Amphibia, Athesphatanura, Dendrobatidae).
XX - Bulletin of the Am.Mus.Nat.Hist. 299. (PDF)
SAVAGE, J.M. (2002): The Amphibians and Reptiles of Costa Rica. A Herpetofauna between two
XXContinents, between two Seas. - The University of Chigago Press, Chigago.
Zitierung:Einklappen
OSTROWSKI, T. & T. MAHN (2017): Artbeschreibung Allobates talamancae.
- Dendrobase.de - Eine Online-Datenbank der Familie Dendrobatidae (Anura).
http://www.dendrobase.de/html/D_allobates_talamancae.html; Stand: März 2017
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FotosEinklappen

Allobates talamancae
© 2002
Thomas Ostrowski
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Allobates talamancae ♂
beim Transport der Quappen
© 2007
Thomas Ostrowski
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Allobates talamancae ♀
© 2002
Thomas Ostrowski
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Allobates talamancae ♂
© 2002
Thomas Ostrowski
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Allobates talamancae
© 2004 Michael Werner



Allobates cf. talamancae
Departamento Valle de Cauca
© 2011
Gert Benaets
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Allobates cf. talamancae
Departamento Valle de Cauca
© 2011
Gert Benaets
(
35
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